Vortragsreihe am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen

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Gäste der Universität Aarhus (Dänemark)

19. September 2017 Tobias Schmohl Keine Kommentare

Gestern hatten am HUL Gäste der Aarhus Universität, Dänemark, zum Thema „Research and Development“ in Dänemark vortragen. Die Beiträge der vier Professoren dort decken eine ganze Bandbreite an Themen rund um das universitäre Lehren und Lernen ab. Referenten waren Hanne Balsby, Søren Smedegaard Bengtsen, Christian Dalsgaard und Tina Bering Keading vom Centre for Teaching Development and Digital Media (CUDiM).
In einem zuvor stattgefundenen Workshop wurden zunächst Projekte des Zentrums für Lehrentwicklung und digitale Medien der Aarhus Universität vorgestellt. Diesem folgte ein intensiver gemeinsamer Ideenaustausch, aus dem erste Ansätze für mögliche gemeinsame Projekte entstanden sind.
Die anschließende Ringvorlesung gab einen Einblick in die Arbeit des CUDiM in Dänemark. Zunächst gab Hanne Balsby Thingholm einen Einblick in „Metacommunicative Teaching and Learning Environments“, danach stellte Søren Smedegaard Bengtsen das Doktorandenprogramm vor („PhD-Supervision: The doctoral learning penumbra“). Der anschließende Beitrag streifte das Thema Digitalisierung: Christian Dalsgaard gab hier einen Einblick in ein Projekt, das am CUDiM unter dem Titel „Opening up education with (M)OOCS“ läuft. In einer abschließenden Präsentation befasste sich Tina Bering Kaeding mit der Frage, weshalb kaum mehr jemand über Inhalte spricht, wenn es um akademisches Lehren und Lernen geht. Ihre Präsentation stand unter dem Titel „Selection of content in Higher Education“.
Mitschnitte aller Beiträge sind wie gewohnt unter dem Menüpunkt „Archiv & Videos“ abrufbar.

Zur philosophischen und politischen Relevanz einer Hochschulbildungsforschung

02. September 2017 Tobias Schmohl Keine Kommentare

Am 02.10.17 von 17.00-18.30 Uhr findet die nächste Ringvorlesung im Hamburger Zentrum für universitäres Lehren und Lernen (HUL) statt. Prof. Dr. Ines Langemeyer wird zum Thema der philosophischen und politischen Relevanz einer Hochschulbildungsforschung vortragen. Ort ist Raum 2018 in der Schlüterstraße 51.

Wir freuen uns auf interessierte Gäste!

Zum Inhalt:

Wir stehen heute vor der Aufgabe, eine Hochschulbildungsforschung zu begründen, die sich ihrer eigenen philosophischen und politischen Relevanz bewusst ist. Mit dieser Aufgabe ist mehr gemeint, als bspw. durch Forschung Licht ins Dunkel von politischen Entscheidungen (etwa des Bologna-Prozesses, der Modularisierung, der Outcome-Orientierung heutiger Studiengänge oder der Maßnahmen im Qualitätspakt Lehre) zu bringen, indem man die jeweiligen Folgen solcher Veränderungen überprüft. Dies ist freilich wichtig. Darüber hinaus muss aber auch eine kritische Selbstreflexion erfolgen, wie Hochschulbildungsforschung ihre Erkenntnisse in einen allgemeinen Denkhorizont einordnet, wie sie überhaupt ihre Fragen und Probleme aufwirft und schließlich politische Entscheidungen mit beeinflussen will. Die wesentlichen Fragen werden exemplarisch anhand des Positionspapiers des Wissenschaftsrats zur Strategiebildung durch Lehrverfassungen (vom 28.04.17) erläutert. Denn auch der Wissenschaftsrat entwirft hier ein Modell von Wissenschaft und Politik, in dem wissenschaftliche Ergebnisse als Grundlage von politischen Entscheidungen und Forschungen als Instrument einer Qualitätssicherung gedacht werden. Dieses Modell wird der Vortrag jedoch hinterfragen und Alternativen dazu aufzeigen.

Folgende Thesen dienen als Leitfaden:

  1. Lehrverfassungen sind wie zwei Seiten eines Blattes nicht vom Wissenschaftsverständnis zu trennen. Der Streit darüber entzündet sich nicht eigentlich an der Qualitätsfrage, was wir als „gute“ oder „schlechte“ Lehre beurteilen, sondern an der Grundfrage, was Wissenschaft ist bzw. sein sollte. Der Streit ist entlang der wissenschaftlichen Paradigmen, in denen geforscht wird, zu führen. Er müsste heute insbesondere durch eine Erneuerung des Positivismusstreits geführt werden.
  2. Zu klären ist das Verhältnis von Wissenschafts- und Gesellschaftssystem. Dass Universitäten nach Auffassung des Wissenschaftsrats über Lehrverfassungen in einen Wettbewerb eintreten und über den Prozess der Profilbildung eine Nische (eine bestimmte Klientel) finden (sollen), ist mitnichten ein wissenschaftsimmanenter Vorgang, sondern ein politischer. Diese Idee zeugt von einem marktliberalen Grundverständnis, das die Form der Politik vorrangig in der Form der Marktbeziehungen denkt. Es misst dem Markt einen höheren Wert bei, als anderen Formen politischen Handelns. Dies impliziert, dass Vernunfturteile, die den Kern wissenschaftlicher Praxis betreffen und durch kritisches Denken zu erringen wären, vorab pauschal in den Markt als Vernunftinstanz hineinprojiziert werden.
  3. Der Streit um Lehrverfassungen ist ein Streit zwischen den Perspektiven, die die Universität entweder als Organisation oder als Institution zu begreifen (auch wenn sie immer beides ist). Vom Standpunkt einer Organisation, reihen sich Lehrverfassungen unweigerlich ein in das Repertoire von Steuerungsinstrumenten des Managements. Sie werden Teil einer Strategie, einer Sammlung von Anreizstrukturen („Förderinstrumenten“) und einer Corporate Identity, auf die die Mitglieder einer Organisation (zwangs-)verpflichtet werden. Spricht man über Lehrverfassungen jedoch als Element der Institutionalisierung wissenschaftlicher Praxis, könnten sie ein allgemeingültiger Rahmen von Rechten sein, auf die jeder Einzelne sein Handeln im Feld der Wissenschaft gründen kann. Entsprechend würden Lehrverfassungen Möglichkeitsbedingungen für eine bestimmte wissenschaftliche Praxis institutionell vordenken. Sie würden keine Lehrmethoden und -ziele festlegen, sondern Rechte enthalten, mit denen sich die Universität selbst darauf verpflichtet (ihr Selbstverständnis daran ausrichtet), dass etwa die Einheit von Forschung und Lehre gegenüber Tendenzen der Ausgliederung von Forschung und der Indienstnahme von Studiengängen für bestimmte politische oder wirtschaftliche Interessen zu verteidigen und zu wahren ist, dass Freiheit in Forschung und Lehre im Konkreten das und das bedeutet und dass der Beschneidung dieser Freiheit durch bestimmte Maßnahmen Grenzen gesetzt sind. Ebenfalls könnte eine Lehrverfassung intendieren, die Verbindung von Einzelwissenschaft und Allgemeiner Wissenschaft lebendig zu halten, um Erkenntnisse aus der Spezialisierung von Forschungszweigen wieder einer Forschung zuzuführen, die nach der allgemeineren Einordnung und Bedeutung dieser Erkenntnisse für die jeweilige Wissenschaft fragt. Dies würde die Frage der Kooperation und der Gemeinschaftsbildung einerseits zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, andererseits zwischen Lehrenden und Studierenden aufwerfen.
  4. Der Streit um die Hochschulbildungsforschung lässt sich nicht durch einzelne Erkenntnisse aus der Lehr-Lernforschung oder der Hochschulforschung lösen, da die Relevanz solcher Erkenntnisse nicht ohne eine Allgemeine Wissenschaft auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Bildung beurteilt werden kann. Entsprechend bedarf es philosophischer Forschung, Erkenntnisse, die zunächst von anderen Disziplinen und damit von anderen Problemsichten und Strategien getragen waren, in einen eigenen Rahmen stellen zu können. Diesen Rahmen zu erarbeiten, heißt, ein Stück über den bisherigen Erkenntnisstand hinaus zu denken und die Reichweite des Forschungsfeldes selbst zu erweitern. Es geht also weniger um eine definitorische Ein- und Abgrenzung, was Hochschulbildungsforschung ‚eigentlich‘ ist oder sein sollte, sondern um die Grundlage ihrer wissenschaftlichen Eigenständigkeit. Diese besteht darin, dass sie sich selbst als Wissenschaft zu suchen beginnt.

 

Digitalisierung und Unbestimmtheit

19. Juni 2017 Tobias Schmohl Keine Kommentare

Wie wir uns in Bildungsprozessen mit Digitalisierung befassen können oder sollten, ist Kern zahlreicher Positionen und Perspektiven verschiedenster Akteure. Grob lässt sich eine instrumentelle Sicht auf digitale Medien von einer kulturwissenschaftlichen Perspektive unterscheiden, die Digitalisierung als die Transformation von Interaktionsmodi, kulturellen Strukturen und Praktiken begreift. Am Beispiel der Begriffe „Individualisierung“ und „Autonomie“ lassen sich diese Perspektiven gegeneinanderhalten.

Um Digitalisierung besser zu verstehen wechselt der Vortrag dann die zentrale Kategorie und setzt Unbestimmtheit in den Mittelpunkt. Das erlaubt die Betrachtung, wie digitale Praktiken den Umgang mit Unbestimmtheit organisieren.

Der Fokus richtet sich auf Bildung als Umgang mit Unbestimmtheit und die Performativität sozio-materieller Praktiken. Technologien können darin unterschiedliche Rollen spielen. Sie können eingesetzt werden zur Risikoreduktion, um Steuerbarkeit und Kontrollierbarkeit sowie Vorhersehbarkeit zu schaffen und eine definierbare Input-Output Relation im Sinne „starker“ Bildung (vgl. Biesta) herzustellen. Sie können aber auch die kreative und gestaltende Auseinandersetzung mit Unbestimmtheit ermöglichen. Ersteren Umgang bezeichnet der Vortrag als „standardisierende und regulierende Praktiken mit Anpassungserwartung“, zweiteren als „poetische Praktiken“.

Am Freitag, 30.06.2017 referiert Prof. Dr. Heidrun Allert vor diesem Hintergrund zum Thema „Digitalisierung und Unbestimmtheit“. Beginn ist 17:00 Uhr in Raum 2018 des HUL. Gäste und Interessierte sind ganz herzlich willkommen!

Videomitschnitt Prof. Knoblauch

14. Juni 2017 Tobias Schmohl Keine Kommentare

Der Mitschnitt der Ringvorlesung von Prof. Dr. Hubert Knoblauch zum Thema „Wissen, Wissenschaft, Wissenskommunikation“ ist jetzt online in unserem Video-Archiv verfügbar!

Wissen, Wissenschaft und Wissenskommunikation

15. Mai 2017 Tobias Schmohl 1 Kommentar

Die nächste Ringvorlesung findet am 09.06.2017 von 14:00-15:30 Uhr statt.

Prof. Dr. Hubert Knoblauch (TU Berlin) referiert zum Thema „Wissen, Wissenschaft und Wissenskommunikation“.
Es handelt sich hierbei um einen Gast-Beitrag im Rahmen des Moduls Wissenschaftsforschung unseres Masterstudiengangs Higher Education.

Der Vortrag soll nicht ein einziges Projekt wiedergeben. Vielmehr soll anhand verschiedener empirischer Beispiele die wissenssoziologische Betrachtungsweise der Wissenschaft vorgestellt werden. Eingangs muss dazu jedoch das Konzept des Wissens skizziert werden, das vor allem in der Wissenssoziologie entwickelt wurde und das als Ausgangspunkt für die Betrachtung wissenschaftlichen Wissens dient. Ist Wissen als sozial vermittelter Sinn grundsätzlich mit Kommunikation verbunden, so soll im zweiten Teil der Begriff der Wissenskommunikation erläutert werden. Statt den Begriff der Kommunikation bzw. des kommunikativen Handelns, wie er im kommunikativen Konstruktivismus ausgearbeitet wurde, zu entfalten,  wird sich der dritte Teil mit empirischen Formen der wissenschaftlichen Wissenskommunikation beschäftigen. Dazu dienen einige in unserem Arbeitsbereich durchgeführte Untersuchungen, die realweltliche Kommunikationsvorgänge videographisch analysiert haben. Sie sollen die Frage aufwerfen, ob und wie wir wissenschaftliche von anderen Formen der Wissenskommunikation unterscheiden können. Die Notwendigkeit einer solchen Unterscheidung bildet den Inhalt der abschließenden Skizze einer reflexiven Wissenschaftstheorie.

Mai-Vorlesung entfällt: Absage der Referentin

02. Mai 2017 Tobias Schmohl Keine Kommentare

Die Vorlesung von Prof. Dr. Kerstin Mayrberger am 18.05.2017 zu „Openness, Partizipation und Mediendidaktik“ muss leider kurzfristig aufgrund einer Absage der Referentin entfallen. Wir bitten um Verständnis und verweisen bereits an dieser Stelle auf den Vortrag von Prof. Dr. Hubert Knoblauch, der am 09.06.2017 im Rahmen des Moduls „Wissenschaftsforschung“  referieren wird. Alle weiteren Vorlesungszeiten des aktuellen Semesters finden sich — laufend aktualisiert — unter dem Menüpunkt Termine.

Openness, Partizipation und Mediendidaktik

19. April 2017 Marlen Beckmann Keine Kommentare

Im Mai findet der nächste Termin der Ringvorlesung statt: Prof. Dr. Kerstin Mayrberger wird am 18.05.2017 von 17:00 bis 18:30 Uhr ihre Vorlesung zu „Openness, Partizipation und Mediendidaktik“ halten. Wie immer ist Ort der Veranstaltung der Raum 2018 im Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen in der Schlüterstraße 51.